Verkehrsrecht
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Verkehrsrecht

Wir beraten und vertreten unsere Mandanten umfassend in allen Bereichen des Verkehrszivilrechts und des Verkehrsordnungswidrigkeiten- und Verkehrsstrafrechts.

Im Verkehrszivilrecht liegt der Schwerpunkt unserer Tätigkeit insbesondere in der Durchsetzung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen im Rahmen der Abwicklung von Verkehrsunfällen. Hierbei geht es primär um den Ausgleich von Schadenspositionen, wie  Personenschaden, Fahrzeugschaden,  Nutzungsausfall, Mietwagenkosten, Schmerzensgeld etc.

Wir übernehmen darüber hinaus Ihre Verteidigung in Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren und in Verkehrsstrafsachen, so z.B. bei Alkohol im Straßenverkehr, Fahrverboten, Entzug der Fahrerlaubnis, Einträge im Verkehrszentralregister, Fahrerlaubnisfragen, Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), etc.

In diesen Belangen berät Sie in unserer Kanzlei in Hasbergen Herr Rechtsanwalt Torsten Köllges.

1. Punkte in Flensburg – Was droht mir und wie kann ich meinen Punktestand abbauen?

8 Punkte: Wird dieser Punktestand erreicht, so erhält der Betroffene von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde eine schriftliche Benachrichtigung und eine Verwarnung. Gleichzeitig wird er über die Möglichkeit der freiwilligen Teilnahme an einem Aufbauseminar belehrt. Durch die Teilnahme an einem solchen Aufbauseminar kann der Betroffene sein Punktekonto in Flensburg bei nicht mehr als 8 Punkten um 4 Punkte und bei 9 bis 13 Punkten um 2 Punkte reduzieren. Hierzu ist der Fahrerlaubnisbehörde innerhalb von drei Monaten nach Beendigung des Seminars eine entsprechende Teilnahmebescheinigung vorzulegen.

14 Punkte: Weist das Punktekonto in Flensburg diesen Punktestand auf, so ordnet die Fahrerlaubnisbehörde die Teilnahme an einem Aufbauseminar an und setzt dem Betroffenen hierzu eine Frist. Hat der Betroffene innerhalb der letzten fünf Jahre – maßgeblich ist hier das Ausstellungsdatum der Teilnahmebescheinigung - an einem solchen Seminar teilgenommen, so erhält er nur eine schriftliche Verwarnung. Unabhängig davon wird der Betroffene von der Fahrerlaubnisbehörde auf die Möglichkeit einer verkehrspsychologischen Beratung hingewiesen und gleichzeitig über den Entzug der Fahrerlaubnis beim Erreichen von 18 Punkten belehrt. Ergeben sich 14, aber nicht mehr als 17 Punkte, so kann ein Punkteabzug nur noch durch die freiwillige Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung erreicht werden. Auch hierzu ist der Fahrerlaubnisbehörde innerhalb von drei Monaten nach Beendigung der Beratung eine entsprechende Teilnahmebescheinigung vorzulegen.

18 Punkte: Sind 18 oder mehr Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg aufgelaufen, so gilt der Betroffene als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen. Die zwingende Folge ist der Entzug der Fahrerlaubnis. Eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis ist in diesen Fällen frühestens nach sechs Monaten möglich und erfordert in der Regel die vorherige Teilnahme an einer MPU und die Vorlage eines entsprechenden positiven medizinisch-psychologischen Gutachtens.


2. Ich bin Opfer eines Verkehrsunfalls geworden – welche Ansprüche kann ich jetzt gegenüber dem Unfallgegner geltend machen?

Grundsätzlich ist der Geschädigte eines zu 100 % fremdverschuldeten Verkehrsunfalls so zu stellen, als wäre der Unfall nicht passiert. Insbesondere die folgenden Schadenspositionen können daher gegenüber dem ersatzpflichtigen Unfallverursacher durchgesetzt werden, sofern sie auf das konkrete Unfallereignis zurückzuführen sind:

Sachverständigenkosten, Reparaturkosten gemäß Gutachten bzw. Reparaturrechnung, Wertminderung, Nutzungsausfall oder Mietwagenkosten, Abschleppkosten, Aufwandsentschädigung für unfallbedingte Wege, Telefonate, Porto usw., Schmerzensgeld, Attest- und Rezeptkosten, Verdienstausfall, Haushaltsführungsschaden und sonstige Kosten.

Daneben stellen auch die eigenen Rechtsanwaltskosten eine Schadensposition des Verkehrsunfalls dar und werden insofern von der gegnerischen Haftpflichtversicherung ausgehend vom anerkannten Gesamtschaden bezahlt.


3. Kann ein Fahrverbot nach Geschwindigkeitsüberschreitung in eine Geldstrafe umgewandelt werden?

Das Fahrverbot kann in eine Geldstrafe umgewandelt werden, wenn das entscheidende Gericht oder die Bußgeldbehörde davon ausgehen, dass der Betroffene durch das Fahrverbot ernsthaft in seiner Existenz bedroht ist.


4. Wann werden Eintragungen im Verkehrszentralregister wieder gelöscht?

Die Tilgungsfristen von Eintragungen im Verkehrszentralregister betragen bei

  • Ordnungswidrigkeiten zwei Jahre
  • bei Straftaten fünf Jahre mit Ausnahme von Entscheidungen wegen Straftaten in Verbindung mit dem Genuss von Alkohol oder Drogen und Entscheidungen, in denen die Entziehung der Fahrerlaubnis oder eine Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis angeordnet worden ist
  • im Übrigen 10 Jahre insbesondere bei Alkoholstraftaten im Straßenverkehr und sonstigen Straftaten, die zum Entzug der Fahrerlaubnis geführt haben.

5. Was erwartet mich bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU)?

Die insgesamt etwa drei bis vier Stunden dauernde MPU besteht aus einer medizinischen und einer psychologischen Untersuchung. Dabei umfasst die medizinische Untersuchung die Erhebung der gesundheitlichen Vorgeschichte, eine internistische und eine neurologische Untersuchung, gegebenenfalls ein Sehtest sowie die Bestimmung der Leberwerte und ein Drogensreening, wenn die MPU wegen einer Alkohol- oder Drogenproblematik angeordnet wurde. Im Rahmen der psychologischen Untersuchung erörtert ein erfahrener Psychologe mit dem Betroffenen die Umstände der begangenen Verkehrsverstöße unter Berücksichtigung der eventuell vorliegenden Alkohol- und Drogenproblematik. Ziel ist es den Betroffenen in Bezug auf sein bisheriges Fehlverhalten zu einem bewussten Umdenken anzuleiten.


6. Wie kann ich mich auf eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vorbereiten?

Hierzu bieten die Träger der anerkannten Beratungsstellen verschiedene Kurse an, die speziell auf eine Drogen- und Alkoholproblematik bzw. eine Entziehung nach dem Punktsystem im Straßenverkehrsgesetz (StVG) zugeschnitten sind. Eine Liste der akkreditierten Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung findet sich auf der Homepage der Bundesanstalt für Straßenwesen unter der Internetadresse www.bast.de.


7. Was kostet die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)?

Die Kosten für die MPU liegen je nach Anordnungsgrund zwischen 350 Euro und 550 Euro ohne die Kosten möglicher Vorbereitungskurse, die ebenfalls mehrere Hundert Euro betragen können.


8. Was passiert wenn ich innerhalb der Probezeit Verkehrsstraftaten oder Ordnungswidrigkeiten begehe?

Ist gegen den Inhaber einer Fahrerlaubnis wegen einer innerhalb der grundsätzlich 2 Jahre andauernden Probezeit begangenen Straftat oder Ordnungswidrigkeit eine rechtskräftige Entscheidung ergangen, die sich im Verkehrszentralregister in Flensburg wiederfindet, so reagiert die Fahrerlaubnisbehörde

  • bei einer schwerwiegenden oder aber zwei weniger schwerwiegenden Zuwiderhandlungen mit der Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar innerhalb einer bestimmten Frist. Zugleich verlängert sich die Probezeit automatisch um weitere 2 Jahre. Nimmt der Betroffene nicht innerhalb der ihm hierzu gesetzten Frist an dem Aufbauseminar teil, so entzeiht ihm die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis.
  • bei Begehung einer weiteren schwerwiegenden oder aber zwei weiteren weniger schwerwiegenden Zuwiderhandlungen nach der Teilnahme an einem Aufbauseminar innerhalb der Probezeit mit einer schriftlichen Verwarnung und der Empfehlung der Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung innerhalb von zwei Monaten.

9. Wann kann ein in zweiter Reihe parkender PKW abgeschleppt werden?

Wenn andere Fahrzeuge durch das in zweiter Reihe geparkte Fahrzeug zugeparkt oder andere Verkehrsteilnehmer hierdurch insbesondere in ihrer Sicht behindert werden, so ist das Abschleppen des in zweiter Reihe geparkten Fahrzeuges gerechtfertigt. Darüber hinaus kommt ein Abschleppen auch dann in Betracht, wenn durch das abgestellte andere Fahrzeuge des fließenden Verkehrs gezwungen werden, eine durchgezogene weiße Linie zu überfahren oder ein Fahrstreifen völlig blockiert wird.


10. Ich bin geblitzt worden – Droht mir ein Fahrverbot? -Wie hoch ist das Bußgeld?